Mutterliebe

Noch vor zwei Jahren habe ich mich furchtbar lustig gemacht, wenn meine damalige Verlobte Sandra sich mit feuchten Augen einen dieser schmalzigen Filme anschaute, deren Inhalt darauf reduziert werden kann, dass die Partnerwahl zuweilen mit Wirrnissen verbunden ist, aber die Liebe letztlich siegt. Besonders beliebt sind Szenen, in denen urplötzlich die unvergessene Jugendliebe die Ehe auf die Probe stellt oder wenn kurz vor dem Abspann die Braut mit wehendem Festgewand der Hochzeitsgesellschaft entflieht, um den Gatten ihrer Bestimmung und natürlich ihres Herzens zu ehelichen. Das waren in meinen Augen schauderhafte, gefühlsgetränkte Machwerke, die ungeachtet der schauspielerischen Fertigkeiten nur dazu dienten, die Empfindungen des Betrachters für einen Moment in anteilnehmende Wallung zu versetzen. Schon allein die Anzahl der immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen erzählten Storys musste einen rational denkenden Menschen wie mich zum Protest geradezu herausfordern. Solche Volten mögen vorkommen, aber passieren tun sie eigentlich nur im Film.

Das denke ich im Grunde genommen auch heute noch. Aber das wirkliche Leben hat mir eine Lektion erteilt, die mich an der Absolutheit meiner rationalen Denkweise hin und wieder zweifeln lässt. Natürlich gibt es solche banalen, durchsichtigen Handlungsabläufe im realen Leben nicht. Was ich erlebt habe, ist deshalb solchen Drehbüchern allenfalls entfernt ähnlich. Aber das mir Widerfahrene hat doch im Grunde so viel gemein mit dem filmischen Geschehen, dass ich solche Darstellungen künftig nicht mehr als bloße Phantastereien abtun kann.

Sandra habe ich damals auf der Universität kennen gelernt. Es war keine Studienveranstaltung in meinem Fach Geografie, sondern eine dieser vielen außeruniversitären Veranstaltungen, die zwar in Räumlichkeiten der Hochschule abgehalten werden, mit dem Studienstoff allerdings nichts zu tun haben. Gefeiert wurde das kurdische Newroz-Fest Ende März. Damit begehen die Kurden vorwiegend aus der Türkei und dem Iran an meiner Universität ihr traditionelles Neujahrsfest mit Tanz, Gesang und allerlei kulinarischen Köstlichkeiten. Dabei blieb es nicht. Das Ganze fand unter starker Beteiligung vieler anderer politischer Gruppierungen statt. Es standen deshalb nicht nur aktuelle Fragen der Kurdenpolitik im Blickfeld, sondern eigentlich wurden alle politischen Auseinandersetzungen in allen Ländern und allen Volksgruppen thematisiert und mit den lukullischen Genüssen der jeweiligen Heimatregion verwoben.

Hinter einem der Informationsstände, dem von amnesty international, erblickte ich dann das erste Mal Sandra. Sie stand dort eindringlich in ein Gespräch mit Kommilitonen verwickelt. Ihre Haltung war aufrecht, so dass ich zunächst nicht bemerkte, wie klein sie eigentlich war. Ihre straffe Körperhaltung und die Bestimmtheit ihrer Gestik mit den Händen ließen dem Außenstehenden deutlich erkennen, dass es ihr ernsthaft um die Sache ging. Als ich näher kam, erzählte sie gerade einer Kommilitonin etwas über Folterungen im Sudan und die schwierigen Arbeitsbedingungen dort für Mitarbeiter von ai. Ich würde lügen, wenn ich erklärte, dieser Ausführungen wegen stehen geblieben zu sein. Es war mehr die Person, die mein Interesse weckte. Diese Entschlossenheit ohne falschen Eifer, dieser Einsatz ohne Vorbehalt und heuchlerische Rücksichtnahme machte Sandra für mich sofort attraktiv. Dabei war ihr Äußeres eher unauffällig. Von anderen Studentinnen hob sie sich vor allem dadurch ab, dass sie vollkommen ungeschminkt war. Auch auf besonderen modischen Auftritt legte sie augenscheinlich keinen gesteigerten Wert. Sandra zeigte ein rundliches Gesicht mit dunkelblonden mittellangen, leicht strähnigen Haaren. Bei jedem neuen ihrer Argumente fielen ihr einige Haarsträhnen über das Gesicht, so dass sie unermüdlich damit beschäftigt war, die Haarpracht vom Gesichtsfeld nach hinten weg zu streichen. Die äußere Form ihrer Jeans sowie des ausgeleierten Pullovers ließen erahnen, dass Sandra eher mollig war.

Aber dies bemerkte ich erst, als ich mich von ihr ins Gespräch hatte ziehen lassen. Sie muss gut eine viertel Stunde mit mehr oder weniger große Emphase auf mich eingeredet haben. Ich habe nur Bruchstücke ihrer Rede wahrgenommen, so sehr war ich vertieft in die Beobachtung ihrer Gestik und ihrer Körpersprache. Ihre Stimme hatte nichts Durchdringendes oder Herrisches an sich. Sie war sachlich korrekt, aber mit einem gefühlvollen Timbre versehen. Dies war es wohl auch, weshalb ich mich kaum von ihr lösen konnte. Sandra zog mich ganz in ihren Bann. Und ich konnte sie auch in der folgenden Zeit nicht vergessen. Diese kleine unscheinbare Person hatte mein Interesse jenseits aller politischen Inhalte geweckt. Nach einem kurzen hastigen Rundgang vorbei an Essens-Ständen und durch das Dickicht der politischen Informationen entschloss ich mich, sie nochmals aufzusuchen und entschied mich dort spontan, eigentlich ohne innere Überzeugung zur Mitarbeit bei ai, nur um Sandra wiedersehen zu können.

So wurde ich nolens volens zum Mitstreiter von amnesty international. Da ich zunächst weniger an der Sache, mehr an Sandra Interesse hatte, nahm ich möglichst an allen denjenigen Gruppensitzungen teil, die auch sie besuchte. Für mich brachte dies nicht unerhebliche Änderungen meines gewohnten Tagesablaufs mit sich. An langes Schlafen bis zur Mittagszeit oder gar an gammelige Wochenenden und Abende war nun nicht mehr zu denken. Immer gab es ein Meeting oder war eine Aktion vorzubereiten. Und dann durfte ich meinen bevorstehenden Studienabschluss nicht vergessen. In der Rückschau denke ich, dass es diese unerwartete Änderung meines Tagesrhythmus’ war, die mir die nötige Kraft und Konzentration für die anstehende Vorbereitungszeit gegeben hat. Erstmals lernte ich Disziplin und – wie man heute sagt – organisiertes Zeitmanagement. So widersprüchlich es klingen mag: Das Weniger an Zeit für das Studium führte zu intensiver Beschäftigung mit dem Prüfungsstoff und hat mir dann vollkommen unerwartet sogar ein Spitzenergebnis eingebracht. Und es verschaffte mir am Ende auch die Einsicht, dass sich der Einsatz für wildfremde Menschen in fernen Ländern für einen selbst lohnen kann. Sicher haben diese Erfolgserlebnisse dazu beigetragen, dass ich auch heute noch aktiver Mitstreiter für amnesty bin, obgleich meine Beziehung zu Sandra schon seit geraumer Zeit beendet ist.

Das Gruppenerlebnis brachte uns beide wie erwartet und von mir angestrebt dann tatsächlich schon nach kurzer Zeit auch persönlich näher. So manche Sitzung endete am Abend in der nächsten Kneipe oder einer nahe gelegenen Pizzeria. Und wenn die Gruppe nur aus ein paar Hanseln besteht, von denen immer einige fehlen, ist man vielfach nur zu dritt oder viert zusammen. Und so kam es nicht selten vor, dass ich mit Sandra den Abend allein verbrachte.

Recht schnell hatte ich erkannt, dass man bei ihr nur aufgrund intensiven Engagements für die Sache landen kann. Und so wurde ich ihr Musterschüler und sozusagen ihr Adlatus. Schon bald zog sie mich in die Vorplanung der Gruppentreffen ein, so dass sich die Zeiten unseres Zusammenseins noch einmal verlängerten. Am Ende mögen es täglich mindestens drei Stunden gewesen sein, die wir zusammen verbrachten. Das verbindet nicht nur in der Sache, sondern führt zwangsläufig dazu, dass man das Denken und Fühlen des Anderen unverfälscht kennen lernt. Die hierbei gemachten Erfahrungen ließen Sandra in meiner Wertschätzung steigen. So bestimmend sie ihre Auffassungen nach Außen hin vorzutragen verstand, war sie doch stets auf Ausgleich bemüht. Es sollte nicht ihre Meinung durchgesetzt werden; ihr kam es letztlich darauf an, dass die Anderen die Auffassung nicht nur verbal teilten, sondern inhaltlich mit trugen. Intrigen oder falsche Versprechungen waren ihr fremd. Sie war tatsächlich so aufrecht im Wort und in der Tat wie sie es äußerlich über ihre Kleidung und ihre Gestik zeigte.

Allerdings dauerte es mehrere Monate, bis ich über das ,Geschäftliche’ hinaus mehr von ihren persönlichen Lebensumständen in Erfahrung bringen konnte. Das war ein Bereich, den sie wohlweislich immer aus den Unterhaltungen ausklammerte. Manchmal meinte ich schon, sie verheimliche etwas. Sie sei möglicherweise lesbisch, wage sich jedoch nicht sich zu outen oder doch Outdoorsex. Oder sie habe mit Männern in der Vergangenheit so schlechte Erfahrungen gemacht, dass sie diesen Bereich ganz aus ihrem Leben verdrängen wolle. Zwar wusste ich schon nach kurzer Zeit, dass sie allein in einem Ein-Zimmer-Appartement am Rande der Stadt wohnt. Mir fehlte indes jede Vorstellung, wie wohl ihre Wohnung ausgestaltet sei und was sie in der verbliebenen freien Zeit unternehme. Vielleicht – geht es mir heute durch den Kopf – hätte ich sie damals direkt danach fragen sollen. Heute weiß ich, dass sie mir sicher geantwortet hätte.

Die plötzliche Wende ergab sich dann bei einem meiner eher sporadischen Besuche im örtlichen Hallenbad. Die Wintertage waren nun kurz und vor allem kalt. Und so wollte ich mich einmal wieder richtig in der Sauna durchglühen lassen und einige Züge schwimmen. Schon auf meiner ersten Bahn blickte ich unerwartet Sandra ins Gesicht. Ihre Mimik zeigte, dass sie sich ungemein freute. Leider hatte sie nicht die Sauna gebucht. So paddelten wir einige Bahnen Seite an Seite und verabredeten uns dann für später in der angeschlossenen Kantine. Ich war in großer Vorfreude und konnte den vereinbarten Zeitpunkt kaum erwarten. Und dann saßen wir uns in eher schäbiger Umgebung an einem schmuddeligen Tisch und auf wackeligen Stühlen gegenüber. Sandra wirkte heute so entspannt. Es sprudelte aus ihr hinaus. Mir schwante nun, dass es wohl mehr eine nach Außen hin verborgene Scheu vor anderen Menschen war, die sie zuweilen unnahbar erscheinen ließ. An diesem Abend erfuhr ich, dass sie in zwei Wochen ihr erstes Lehrerexamen in Deutsch und Geschichte machen würde. Und sie offenbarte mir ungefragt, dass sie mich auch als Person, nicht nur meine Mitarbeit in der Gruppe äußerst schätze. Ja, sie ließ sogar durchblicken, dass wir beide in ihren Augen eine perfekte Paarung darböten. Meine ruhige Ausstrahlung und ihre temperamentvolle, aber beherrschte Impulsivität träfen recht zusammen. Ich würde ihr auch trotz meiner schütteren Haare vom Äußeren her gut gefallen. Ich musste diese überraschende Kanonade von Schmeicheleien erst einmal verdauen. Aber ich konnte sie nur bestätigen. Mit zaghaften, wohl gesetzten Worten stimmte ich zu, redete von passenden Sternzeichen und gefühlter Sympathie. Was ich allerdings bis heute zurück hielt war, dass ich nur ihretwegen den Weg zu ai gefunden habe. Und das ist gut so, zumal es seine Aktualität verloren hat. Die Dinge haben sich selbständig entwickelt, und mein einst fremdmotiviertes Engagement ist eigener Überzeugung gewichen.

Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis wir als Paar zusammen fanden. Am letzten Tag des Examens hatte sie mich zu sich eingeladen. Ihre Wohnung war entgegen meinen Erwartungen eine typische Studentenbude. Die Möbel entstammten verschiedenen Stilepochen, selbst Teller und Tassen hatten keine Gemeinsamkeiten. Während ich mich auf einem durchgesessenen Lehnstuhl breit machen konnte, saß Sandra erhöht auf einem hölzernen Küchenstuhl. Das Kochen war ihr nicht so gelegen. So begnügten wir uns mit im Ofen aufgebackener Pizza. Dazu gab es einen billigen Rotwein. Von dem genossen wir zwei oder drei Tüten – zu Flaschenwein hatte das Geld offenbar nicht gelangt. Schließlich waren wir nach zwei Stunden schon heftig angeschickert. Die Redeweise war nun nicht mehr flüssig. Dafür hatten wir beide ein ungemeines Bedürfnis nach der Nähe des Anderen. Auf Brüderschaft konnten wir nicht trinken, da uns das ,Du’ ohnehin verband. So prostete ich ihr, schon leicht lallend zu, griff ihr an die Wange und küsste sie einfach auf den Mund. Sandra hatte wunderbare weiche Lippen. Der Vorgang musste daher wiederholt werden, zumal Sandra mir ihren Mund mit geschlossenen Augen entgegen streckte. Und schon lagen wir uns knutschend in den Armen. Wie lange hatte ich darauf gewartet, diese wunderbare junge Frau fest an mich drücken zu können! Schon fuhr meine Hand unter ihrem Pulloversaum langsam nach oben. Dort konnte ich ihre kleinen weichen sanften Hügel kneten. Und auch Sandra hatte keine Scheu sich eng an mich zu drängen, meine Brust frei zu legen und mich vorsichtig zu streicheln. Die Lust hatte uns gepackt. Schon spürte ich ihre Hand auf meiner Hose. Sandra war in der Tat nicht genant. Dann endlich kam, worauf ich so lange hingearbeitet hatte und was ich in meinen Träumen so romantisch erhofft hatte. Nur dass wir an jenem Tag mit dröhnendem Kopf halbnackt auf ihrem Bett lagen und jeder sich selbst mehr oder weniger geschickt bedächtig die Kleider abstreifte.

Sandra hatte wie erwartet eine leicht mollige Figur. Sie zeigte kaum Hüften, ihre Oberschenkel waren für eine so kleine Person rund, aber nicht fett, und ihre Brüste traten im Liegen kaum vor dem sie umgebenden Fleisch hervor. Dieses Frauliche mochte ich sogleich an ihr. So wurde es eine herrliche, beglückende Nacht, die uns beide trotz Alkohol bedingter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit einmal heftig zum Höhepunkt brachte und uns dann sogleich in tiefen Schlaf sinken ließ.

Als ich am folgenden Tag nach dem gemeinsamen Mittagessen die Wohnung verließ, hatte ich eine neue Lebensgefährtin. Auf dem Heimweg kam mir überraschend meine erste bedeutende sexuelle Begegnung wieder hoch. Ich war damals siebzehn Jahre alt und noch Schüler. Die Wochenenden habe ich damals mit Kumpels oft in Diskotheken verbracht. Dieses Mal war ich allein und hoffte ein Mädchen kennen zu lernen. Aber es blieb bei einigen Tanzkontakten. Ich habe mich deshalb frühzeitig auf den Heimweg gemacht. Kurz vor der Ausgangstür hat mich dann eine Frau angesprochen und mich unvermittelt gefragt, ob ich sie nicht begleiten wolle. Obwohl sie sich in Kleidung und Verhalten jugendlich gab, erkannte ich sogleich, dass sie sicher schon auf die vierzig zuging. Ihr ovales Gesicht mit den hellrot hervorgehobenen Lippen wies doch schon deutliche Falten auf. Die halblangen brünetten dauergewellten Haare mögen dies noch betont haben. Aber sie hatte eine in der Tat aufregende Figur, die ganz meinem Geschmack entsprach. Die Unbekannte war schlank und noch dazu dunkel gekleidet, was ihrem Äußeren eine gewisse Eleganz verlieh. Da ihr Kleid deutlich über dem Knie endete, blinkten mich ihre Form vollendeten und in dunkle Satinstrumpfhosen gehüllten Beine geradewegs an. Sie ergänzten den schlanken Körper aufs Trefflichste und waren sichtlich von Muskeln und Sehnen durchzogen, was der Person etwas Ungestümes verschaffte. Ungeachtet des deutlichen Altersunterschieds konnte und wollte ich mir solch ein Abenteuer nicht entgehen lassen. Schon fieberte ich, was diese Frau im Übrigen zu bieten habe.

Kaum war die Türe der Diskothek ins Schloss gefallen, spürte ich schon ihre feuchten Lippen auf meinem Mund. Diese reife Frau war enorm zupackend. Während sie mich abküsste, blitzten mich ihre dunklen Augen verschmitzt an. Ich erkannte, dass diese Frau nur das Eine im Sinn hatte. Das erklärte sie mir auch unumwunden. ,,Wenn wir fertig sind, haust du aber sofort ab. Warte nicht auf mich und komme nie auf die Idee, mit mir Kontakt aufzunehmen.” Dies sprach sie auf dem Weg zum nächsten Taxistand mit leicht brüchiger Stimme zu mir. Dann sind wir durch die Nacht auf mir unbekannten Wegen zu ihrer Wohnung gefahren. Sie wohnte nicht gerade herrschaftlich. Die Unbekannte musste erst einige Kleidungsstücke, Zeitschriften und leere Teller aus dem Zimmerchen räumen. Dann ging es zunächst unter die Dusche. Bei Lichte besehen, konnte man ihr das Alter nun doch anmerken. Ihr Bauch war leicht vorgewölbt, die kleinen Brüste mit mächtiger dunkler Warze hingen ein wenig schlapp hinab, überhaupt zeigte sie bei jeder Wendung des Körpers Falten. Nur ihr Gesicht schien mir unverändert. In Gedanken dachte ich, was für eine geile Sexgeschichte und grinste in mich hinein.

Es wäre wohl müßig, diese Liebesnacht detailgenau zu beschreiben. Eines ist mir bis heute besonders im Gedächtnis verhaftet geblieben: Diese Frau zeigte mir eine bis dahin unbekannte weibliche Leidenschaft. Ihre Schamlippen waren dunkel angeschwollen, leicht nach außen gewölbt und glänzten feucht. Die Unbekannte verstand es mein Glied mit Mund und Zunge zu bearbeiten, wie ich es später nie wieder erlebt habe. Diese Frau hatte insgesamt etwas Forderndes, Unerbittliches an sich. Sie brachte mich vom einen zum anderen Augenblick auf einen mächtigen Höhepunkt, trank meinen Saft geradezu mit Inbrunst und forderte mich sodann auf, nun sie mit aller verfügbaren Kraft zu bedienen. Als ich in ihrer nassen weiten Höhle versunken war, hielt sie mich fest, und zwar nicht nur mit kräftigem Zug der Arme. Sie saugte mich ein, so dass ich meinen Körper kaum noch bewegen konnte. Es war herrlich und gleichzeitig beängstigend und beklemmend. Was diese Frau mir bot, war pure Lust und Geilheit. In dieser Nacht ist es mir wohl insgesamt vier Mal gekommen. Im Morgengrauen bin ich dann erlöst, leergepumpt und ermattet von dannen getrottet. Später habe ich dann doch versucht, meinen Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen, um nochmals Kontakt mit dieser nächtlichen Erscheinung aufzunehmen. Bei allem Bemühen hatte ich keinen Erfolg damit.

Dieses einmalige Erlebnis hatte natürlich nichts mit Sandra zu tun. Aber es erinnerte mich schon an sie, wenn Sandra von ihrer Mutter sprach. Dann kam es mir schon in den Sinn, ob der körperliche Kontakt damals vielleicht Ausdruck eines verborgenen Ödipus-Komplexes gewesen war, ob diese Frau im Alter meiner Mutter deren Stelle vertreten hat oder ob mich vielleicht junge Mädchen meines Alters sexuell nicht befriedigen könnten. Solchen Gedanken habe ich zuweilen dann nachgehangen, wenn Sandra von der Beziehung zu ihrer Mutter erzählte. Ihre Eltern trennten sich, als sie zehn Jahre alt war. Es war nicht eigentlich eine Trennung. Die Mutter hat vielmehr vom einen auf den anderen Tag ohne Vorankündigung Mann und Tochter verlassen. Erst nach Monaten der Ungewissheit, als schon die Polizei auf der intensiven Suche war, meldete sie sich. Sie lebte nun fernab unter ihrem Mädchennamen. Nur hin und wieder in großen Zeitabständen gab sie Lebenszeichen von sich. Das konnte an Sandras Geburtstag sein oder aber irgendwann – mitten am Tage oder spät in der Nacht. Nur wenige Male hat sie ihre Familie später in der Heimat besucht. Es waren Stippvisiten für wenige Stunden ohne Vorankündigung. Dann verschwand diese Frau wieder ins Unbekannte. Sandra hat von ihren späteren Lebensumständen nie etwas in Erfahrung bringen können. Entsprechende Fragen blieben ohne Antwort – und dann war die Mutter schon wieder weg.

Diese Streunerin war in der Tat mit meiner Mutter nicht zu vergleichen. Diese hatte etwas Weiches, Mütterliches an sich, ließ sich jedoch nie auf dem Kopf herum trampeln. Dann konnte sie durchaus energisch werden, diese kleine rundliche Frau, die mir in einem gutbürgerlichen Umfeld Kindheit und Jugend angenehm und weitgehend sorgenlos gestaltet hat, indem sie alles Belastende von mir nahm und mich liebevoll umsorgte. Aber nie hätte ich mir vorstellen können, später eine nähere Beziehung zu einer Frau dieser Art entwickeln zu können. Mir schwebte vielmehr etwas Anderes, viel Aufregenderes vor, das sich in jeder Hinsicht von dem Alltäglichen abhob.

Wenn ich mir zuweilen Gedanken über die Unterschiede unserer Elternhäuser machte, kam mir immer wieder eine lange zurückliegende Lateinstunde in den Sinn. Es ging damals um grammatikalische Bezüglichkeiten am Beispiel amor matris. Das konnte je nach Sinnzusammenhang die Liebe der Mutter oder aber die Liebe zur Mutter bedeuten. Mal war es die Mutter, die die Liebe empfing. Im anderen Fall war das Kind das Objekt der Zuneigung. Wenn ich heute darüber nachdenke, verstehe ich meine damaligen skurrilen Gedankenverbindungen nur zu gut.

Die häuslichen Erfahrungen Sandras haben bisweilen auf unsere Beziehung durchgeschlagen, denke ich heute in der Nachschau. Ich kam wohl vor allem deshalb besonders gut als Partner in Betracht, weil ich nahezu meine gesamte frei verfügbare Zeit mit ihr verbracht habe. Das gab Sandra Sicherheit und riss nicht die Wunde des Trennungsschmerzes allzu sehr auf. Aber solche Überlegungen machte ich mir damals nicht. Ich liebte Sandra und war gerne mit ihr unterwegs. Und so kam es, dass wir schon kurze Zeit darauf eine kleine gemeinsame Wohnung nahmen, in der wir eine harmonische und schon beinahe gutbürgerlich zu bezeichnende Beziehung lebten. Wir brauchten keine Absprachen für den täglichen Haushalt. Alles ging Hand in Hand. Der eine versuchte dem anderen möglichst wenig Arbeit zu machen. Vieles, vom Kochen bis zum Saubermachen taten wir gemeinschaftlich. Sandra war nun schon im Referendariat, so dass wir uns auch in finanzieller Hinsicht keine Sorgen machen mussten. In den Sommerferien konnten wir uns sogar eine Urlaubsreise in die Türkei leisten. Hier erlebte ich eine völlig unbelastete Sandra, mit der man scherzen, reden und Unternehmungen vieler Art machen konnte. Als sie mich auf dem Heimweg dann fragte, ob wir uns nicht verloben wollten, hatte ich nichts dagegen einzuwenden. Es schien mir zwar ein wenig altmodisch, eine Verlobungsfeier im Familienkreis, aber ich stimmte ohne Vorbehalt zu. Schließlich wusste ich um Sandras Wunsch nach enger Bindung.

Bevor am nächsten Tag wieder der Alltag mit Studium, Referendariat und all den Meetings beginnen würde, haben wir uns noch einmal ausgiebig körperlich vergnügt. Sandra zeigte in der Tat eine verborgene, verschmitzte Variante von Sexualität. Es machte mich rasend, wenn sie wie zufällig ihr weit geschnittenes T-Shirt langsam am Arm hinabstreifte und ihre kleinen festen Brüste entblößte. Es waren kleine Hügelchen, die sie mir zum Genuss hinbot. Wenn dann die Warze fest vorstand und ich sie sanft mit Lippen und Zähnen bearbeitete, schwoll mein Glied in einem Augenblick zu voller Größe an. Sandra wusste darum, und schon schlüpfte ihre weiche Hand zu meinem Zauberstab. Kurz darauf lagen dann unsere Jeans auf der Erde. Sandra räkelte sich auf dem Rücken. Wie eine schüchterne Jungfrau kniff sie ihre kräftigen Oberschenkel zusammen, so dass ich zunächst dort fest steckte. Wenn ich dann ihr Ohrläppchen beknabberte, durchzog sie merklich ein Schauer. Ihre Muskeln entspannten vollends und Sandras Schenkel klappten auf und ich konnte in sie vorstoßen. In der Missionarsstellung erlebten wir dann unseren Höhepunkt oftmals gleichzeitig. Das waren keine aufregenden Spielchen oder gar ein geiles Treiben. Wir hatten schlicht unseren gemeinsamen Spaß, verbunden durch eine tiefe Liebe.

Die Verlobungsfeierlichkeiten sollten an einem Sonntag im Spätherbst stattfinden. Meine Eltern hatten ein Hotel-Restaurant ausgesucht, in dem schon meine Konfirmation statt gefunden hatte. Nur wenige Gäste waren geladen. Neben den Eltern und unseren beiden Geschwistern hatten sich zwei Onkel und Tanten angemeldet. Aus unserem Bekanntenkreis hatten fünf Personen zugesagt. Alles in allem würden wohl um die zwanzig Gäste kommen. Sandra hatte zwar ihre Mutter unter der letzten bekannten Adresse angeschrieben; sie hatte allerdings kein Lebenszeichen von sich gegeben, was wohl bedeutete, dass sie nicht erscheinen würde.

Die Gesellschaft hatte schon Platz genommen, die Brauteltern einen obligatorischen Toast ausgebracht, als dann doch überraschend Sandras Mutter erschien. Als ich mich umdrehte, bin ich fast mit dem Stuhl hintüber gekippt. Sandras Mutter war die Frau, mit der ich vor fünf Jahren die heiße Liebesnacht verbracht hatte. Auch sie hatte mich sofort erkannt. Sie begrüßte mich förmlich, zog dabei, aber für den Außenstehenden unbemerkt, die Lippen spöttisch ein wenig in die Höhe. Im Verlaufe des Nachmittags habe ich sie nicht weiter wahrgenommen, weil sie am hinteren Ende des Tisches platziert war. Ich konnte allerdings beiläufig bemerken, dass sie jedem Gespräch aus dem Weg ging und eigentlich nur stumm da saß und aß.

Die Gesellschaft wurde zunehmend lauter. Einige Schnäpse und Biere hatten wohl die Laune gehoben. Die viele Flüssigkeit forderte nun ihren Tribut und ich machte mich auf den Weg zur Toilette. Auch das reichhaltige Mahl musste nun umweltfreundlich entsorgt werden. Leider musste ich feststellen, dass beide Kabinen des WC besetzt waren. Es drängte mich fürchterlich. Als ich mein Leiden verstohlen Sandra berichtete, riet sie mir, es doch im oberen Stockwerk bei den Gästezimmern zu versuchen. Erleichtert eilte ich nach oben.

Beim Verlassen hatte ich gerade die Toilettentür hinter mir geschlossen, als aus dem gegenüber liegenden Zimmer Sandras Mutter hinaustrat. Sie schaute kurz in beide Richtungen des leeren Flures, machte einen Schritt zurück und zog mich dann in das Gästezimmer. Ich war zwar überrascht, aber Widerstand zu leisten wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Möglicherweise hoffte ich schon unbewusst auf ein Erlebnis, von dem ich schon so lange im Innersten geträumt hatte.

Der Rest ist schnell erzählt. Sandras Mutter zog sich ohne zu sprechen ihr schwarzes Cocktailkleid über den Kopf, so dass sie nun in Unterwäsche bekleidet vor mir stand. Rein äußerlich schien sie kaum verändert. Die Falten am Körper schienen tiefer geworden zu sein, und auch am Gesicht, um den Mund und um die Augen herum waren nun deutlich Krähenfüße zu erkennen. Gleichwohl machte sie einen sportlichen, durchtrainierten Eindruck. Sie war äußerst flink und geschickt mit den Händen. Meine Anzughose lag schon auf der Erde. Das Hemd war aufgeknöpft. Ich sah nur, wie Sandras Mutter es sorgsam über einen Stuhl hängte, wohl damit man daran später keine verdächtigen Knitterfalten finden könnte.

Allein die Erinnerung an das Vergangene trieb mein Glied hart und steif nach vorne. Sandras Mutter lag nun vollends nackt mit dem Rücken auf dem Bett. Dieser schon welke Körper strahlte solche Begehrlichkeit aus, wie ich sie bei Sandra nie erlebt hatte. Mit weit gespreizten Beinen lud mich diese Frau zu sich ein. Ich war fiebrig, konnte es kaum erwarten, in sie einzudringen. Sandras Mutter ergriff mit geübter Hand den Luststab und führte ihn in sich ein. Alsdann stießen beide Körper wild und mit lautem Knallen aufeinander. Der Atem wurde kurz. Es war Keuchen und Stöhnen zu hören. Kurz vor der Explosion entzog sich Sandras Mutter mir und forderte mich heiser auf: ,,Komm, spritz mir auf den Bauch. Mach schon. Los.” Ich war in der Tat so weit. Und schon schoss meine Soße über ihre Scham bis hinauf zu ihren schlappen kleinen Brüsten. Dann spürte ich ihren festen Griff an meinem Glied. Mit kräftiger Hand schob sie die Vorhaut kräftig hin und her, bis sich noch ein Strahl, diesmal kleiner als zuvor, über ihrer Scham ergoss. Ganz genüsslich verrieb sie dann das feuchte Zeugnis unseres Beisammenseins über Bauch und Brüsten, bis sie am ganzen Leib glänzte. Als ich aufblickte, schaute mich Sandras Mutter wie entrückt an und lächelte dabei. Nur wenige Augenblicke lagen wir ermattet aufeinander. Dann sprach sie mit der mir wohlbekannten brüchigen Stimme: ,,Ich brauche mehr. Mach weiter.” Mir war bewusst, dass sie nun an intimer Stelle geküsst werden wollte, und so rückte ich nach unten zwischen ihre weit geöffneten Schenkel. Sandras Mutter lag weit geöffnet vor mir. Ihre Schamlippen ragten wie eine winzige Trompetenöffnung vor. Und sie fühlten sich weich und zart an. Sorgsam stieß nun meine Zunge vor in ihren Eingang. Je näher ich vorrückte, desto nasser wurde mein Mund. Sandras Mutter hatte sich weit aufgemacht, so dass ich tief in sie dringen konnte. Meine Zunge erforschte ihren Innenraum. Mit jedem Vorschnellen gelangte mehr der würzigen Flüssigkeit über meine Zunge bis in den Schlund. Schon hob und senkte sie ihr Becken heftig, bis spürbar Schauerwellen vom Unterleib bis hoch hinauf liefen.

Da hörte ich wie von Ferne: ,,Ihr Schweine! Du verdammtes Schwein!” Als ich mich umblickte, sah ich Sandra in der Türe stehen. Wie viel sie von dem allen wahrgenommen hatte, wusste ich nicht. Aber sie hatte die Situation schon treffend erkannt. Ich hatte mich mit ihrer verhassten Mutter vergnügt. Dass ich für diese Frau nichts empfand, konnte sie nicht rühren. Schon in diesem Moment erkannte ich instinktiv, dass eine Entschuldigung nichts bewirken würde, dass ich in diesem Moment Sandra endgültig verloren hatte. Sie hätte mir vielleicht irgendeinen Fehltritt verziehen, nie aber ein gemeinsames Liebeserlebnis mit ihrer Mutter.

Die Feierlichkeiten fanden dann ein abruptes Ende. Ich habe noch am selben Abend meine Sachen aus der Wohnung geholt. Sandra habe ich nie wieder gesehen. Sie hat sich sofort versetzen lassen. Auch ich habe mein Studium dann an einer anderen Universität beendet.

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